Kapitel 3
 
Mechanik

Impressions
Video download (!! 166 MB !!)




Harry Potter

 

Themengebundene Technik, von der Haagse Hogeschool, Den Haag

 

Inhalte

 

1.         Kurze Beschreibung der Aktion

 

2.            Programmablauf und Organisation

 

3.            Didaktisches Konzept

 

4.            Materialien und Werkzeuge

 

5.         Kosten

 

6.            Sonstige Voraussetzungen

 

7.         Die Rolle des Lehrers

 

8.            Technische Aspekte

 

9.            Pilotprojekt: Ort und Kontext

 

10.            Perspektiven



Einen guten Eindruck von der Aktion bekommt man nur durch die Power Point Präsentation. Die folgende Beschreibung ergänzt diese.

 

Der Bericht über diese Aktion möchte den Leser inspirieren und einen Eindruck davon vermitteln, welche Arten von Aktionen möglich sind wenn man sich für die Behandlung von Technik in einem ausgearbeiteten thematischen Ansatz entscheidet.

 

1.         Kurze Beschreibung der Aktion

 

Lehramtsstudenten der Haagse Hogeschool realisierten “Die technische Zauberschule Harry Potters”: ein Klassenzimmer gefüllt mit lebensgroßen technischen Spielzeugen, die durch das Thema Harry Potter verbunden waren. Kinder (Alter 10-11) waren eingeladen dort mit den “Maschinen” zu spielen, ihre Funktionsweise zu entdecken und kleine, verwandte „technische“ Produkte herzustellen. Der ganze Satz an Maschinen und Dekoration reiste später zu verschiedenen Grundschulen um dort in Projekten zum Thema Technik eingesetzt zu werden (die Kinder waren dann zwischen 4 und 12 Jahre alt).

 

2.            Pogrammablauf und Organisation

 

Die Idee wurde einer Gruppe von 16 Lehramtsstudenten in offener Weise präsentiert.  Als sie sich dann daran beteiligten, wurde es mehr zu ihrem eigenen Projekt und ihnen gebührt die Anerkennung. Sie teilten sich in Zweiergruppen auf und planten Entwürfe. Kommunikation war notwendig um Überschneidungen zu vermeiden. Besonders die studentischen Hilfskräfte haben bei der Organisation und Koordination hervorragend gearbeitet, so dass dieses Projekt zu mehr wurde als zu einer Sammlung von Spielzeugen. Die Arbeitsgruppen gaben ihre Entwürfe für Geräte und Aktionen für die Kinder an die Lehrer und Ausbilder. Ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor war ein intensives Treffen mit jeder der Arbeitsgruppen und dem Lehrer und Ausbildern in Bezug auf ihre Entwürfe und Pläne. Viele Täuschungen konnten vermieden werden und die Gruppen hatten eine klare Vorstellung von ihren Zielen bevor sie mit der Arbeit begannen. Auch ihre Arbeit war hervorragend, jedes einzelne Gerät funktionierte und jede Gruppe fand einen Weg um die Aktion attraktiv und herausfordernd zu gestalten, einer der wesentlichen Bemerkungen während des Treffens: ein funktionierender Apparat ist die Hälfte dessen was man braucht um Kinder anzuziehen und zu beschäftigen. Die Ausbilder kümmerten sich auch um die Dekoration, sonstige Arbeitsbedingungen, Atmosphäre, Transport, Feinabstimmung mit den Lehrern, Essen und Getränke und vielleicht am wichtigsten: die Einbeziehung der Kinder. Nachdem ihnen von einer Hogwart Zauberin eine Einladung mit einem geheimen Passwort angeboten worden war, konnten sie den Termin des Besuchs kaum erwarten. Zwei Klassen mit ungefähr 23 Kindern kamen zur gleichen Zeit.

Sobald die Kinder an der Hogeschool eintrafen, wurden sie empfangen und eine Klasse begann mit den Artefakten in einem Raum zu spielen, die andere Klasse begann mit der Herstellung eigener kleiner Produkte nach einer Erklärung. Nach ungefähr einer Stunde machten sie eine Pause und wechselten die Plätze. Die interessante Beobachtung war, dass beide Aktionen gleich gerne angenommen und geschätzt wurden. Eifersucht war nicht festzustellen, obwohl viele Kinder unterschiedliche Produkte herstellten. Der ‚gender’ Aspekt wurde bei der Aufteilung der Gruppen und Aktionen nicht berücksichtigt, er schien aber auch keine Problem darzustellen.

 

Nach dieser Sitzung wurden Lehrer aus Grundschulen in Den Haag eingeladen und durch die interaktive Ausstellung geführt. Ihnen wurde das Ausleihen des Sets angeboten. Obwohl sie den Transport selbst organisieren mussten, waren mehrere Schulen interessiert. Schließlich haben drei Schulen die Materialien ausgeliehen und den Transport organisiert, Pflege und Aufbau wurde auch von ihnen geleistet. Einzige Anleitung war eine CD mit einem Video. Die Reaktionen waren sehr positiv: in allen Schulen besuchten Kinder aller Altersstufen (4-12) die Ausstellung. Der größte Rückschlag war die Anfälligkeit der Materialien: nach jedem Besuch in einer Schule dauerte es einige Zeit bis die kaputten Teile repariert waren.

 

3.            Didaktisches Konzept

 

Diese Aktion basiert auf früheren Erfahrungen mit Versuchen zu experimentellen Landschaften und einer Natur und Technik Manifestation. Statt einer Sammlung von verschiedenen Aktionen gab es dieses Mal ein Hauptthema, das die losen Aktionen verknüpfte. In diesem Fall versuchten wir, Kohärenz in die Aktionen zu bringen und dem Lehrer die Möglichkeit zu geben, diese mit anderen Hauptfächern wie Lesen / Schreiben, Mathe, Chemie zu integrieren. Das Thema wurde gewählt weil die Kinder seit Erscheinen des letzten Harry Potter Buches aus der berühmten Serie sehr mit dem Thema beschäftigt waren. Wie dem auch sei, das Thema kann irgend etwas sein mit dem die Kinder beschäftigt sind, der Zirkus, der Zoo, die Olympischen Spiele, Musik, Ferien usw.

 

4.            Materialien und Werkzeuge

 

Um haltbare Geräte herzustellen reicht Abfallmaterial nicht aus. Die Lehramtsstudenten konnten bis zu 50€ für Materialkosten verwenden; In einigen Fällen erschien dies nicht genug für Holz, Farbe, elektrische Komponenten, Dekorationsmaterialien usw. Natürlich macht dieses begrenzte Budget kreativer im Finden von Wegen zwecks Materialbeschaffung: die Drehscheibe einer alten Mikrowelle, Spielzeuge eines jüngeren Bruders, ein Onkel der Klempner ist... Die meiste Arbeit der Herstellung wurde Zuhause durchgeführt, wo Werkzeuge verfügbar waren.

 

5.         Kosten

 

Die gesamten Materialkosten inklusive Dekoration und Essen und Getränke für zwei Schulklassen und Material zum Basteln kleiner Artefakte beliefen sich auf 375 €. Der Transport wurde von Eltern oder Lehrern übernommen.

 

6.            Sonstige Voraussetzungen

 

Ein abdunkelbarer Klassenraum und 7 Tische reichen für eine “technische Zauberschule”; eine “magische” Atmosphäre wird durch fleckige Gardinen und Stoffe, gedimmtes Licht, Hintergrundmusik und Räucherstäbchen hergestellt.

Eine weitere Voraussetzung für die Konstruktion der Geräte war, dass sie von Schule zu Schule bewegt werden konnten; es erwies sich jedoch als schwierig, zusammenklappbare Maschinen herzustellen. Ein Mini-Van war dennoch ausreichend, um den ganzen Satz mit einer Fahrt zu transportieren.

Jedes Mal, wenn der Satz in einer Schule benutzt wurde, waren danach einige Reparaturen an den Materialien notwendig.

 

7.                  Die Rolle des Lehrers

 

Während der Tests in der Haagse Hogeschool wurden die Kinder von Lehramtstudenten recht intensiv unterstützt. In den Grundschulen, an die das Material danach ging, wurden „Lehrer-Experten“ für die Koordination und Anleitung im Harry Potter Klassenraum eingesetzt. Ein anderes Modell könnte die intensive Anleitung einer ausgewählten Gruppe Kinder sein, die dann die anderen Kindergruppen führen kann.

Natürlich ist es für einen besseren Lerneffekt wichtig, die Erfahrungen der Kinder aufzugreifen und ihnen eine weitere Perspektive zu geben. Der wissenschaftliche und technische Hintergrund kann erklärt werden und die Kinder können über die Anwendung des Gelernten nachdenken. Ein wichtiger Weg die Spiel-Erfahrung anzuwenden, ist die Konstruktion eigener Produkte.

 

8.            Technische Aspekte

 

Durch das Spielen mit den Maschinen entdecken Kinder unter anderem wie Gänge, Hebel, Räder und Achsen, Kurbelwellen, Pneumatik, Elektrische Kreisläufe usw. funktionieren. Sie wenden dieses Wissen bei der Herstellung einfacher Produkte aus Abfallmaterial an, die gut zu dem Thema passen.

 

9.            Pilotprojekt: Ort und  Kontext

 

Nach dem Pilotprojekt in der Haagse Hogeschool ging das Set an die OBS De Margriet, OBS De Kleine Keizer und Montessorischool Valkenbos in Den Haag. In jeder Schule blieb es für ein bis zwei Wochen.

 

10.            Perspektiven

 

Wie bereits oben erwähnt, ist die Idee nicht für eine Kopie gedacht. Sie soll inspirieren. In einer normalen Schule wird diese Formel ohne die Hilfe von Lehramtsstudenten nicht in gleicher Weise möglich sein. Mit der Hilfe von Eltern könnten ältere Kinder jedoch sehr gut Geräte wie diese konstruieren. Die Konstruktion ist vielleicht genauso wichtig wie das Spielen mit ihnen. Es bekommt für die Kinder mehr Bedeutung, wenn sie eine Ausstellung erschaffen, die von anderen Kindern oder Gästen benutzt werden kann. Natürlich können viele andere Elemente der Ausbildung, nicht nur technische, mit einbezogen werden. Wir sind gespannt auf alle Erfahrungen mit diesem Konzept!


nach oben